Josef Hera

Schlossergehilfe. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1901    † 1944

 

Lebenslauf

Josef Hera wurde am 16.2.1901 in Budapest geboren. Er war Schlossergehilfe und ungarischer Staatsangehöriger. Er lebte schließlich in Stubach/Uttendorf (Salzburg). Josef Hera war Soldat im 1. Weltkrieg. Er beteiligte sich 1919 an der Nieder­schlagung der ungarischen Räterepublik. 1921ging er nach Österreich. 1934 trat er der NSDAP bei und war Teilnehmer am Juliputsch. Er wurde im Anhaltelager Wöllersdorf inhaftiert. 1938 war er als Arbeiter bei der Baufirma Union-Universale beschäftigt.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Am 8. 10. 1943 wurde Josef Hera verhaftet und am 5. 4. 1944 zum Tode verurteilt. Am 21.6.1944 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Der Angeklagte hat sich vom Frühjahr 1943 bis in den August 1943 hinein an seiner Arbeitsstätte [Stubachwerk in Würtenbach in Salzburg] im Kreise von Arbeitskameraden wiederholt abfällig über den Führer und die national­sozialistische Staatsführung geäußert. (…) so ist nicht zu verkennen, dass sich Hera früher durch seine Beteiligung am Kampf gegen die kommunistische Diktatur in Ungarn und später durch seine Teilnahme an dem nationalsozialistischen Aufstand gegen die österreichische Regierung Verdienste erworben hat. Diese Verdienste treten aber bei der schwere seiner Tat in den Hintergrund. Er hat das Gastrecht, das er als Ungar im Reich genoss, schwer missbraucht (…) Das Reich kann solche Feinde der inneren Front im Interesse einer siegreichen Beendigung des Krieges nicht dulden, da sich ein 1918 unter keinen Umständen wiederholen darf.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bild Fallbeil/Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Spezielle Bildrechte bei Anklicken des Bildes
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Porträt erstellt von Jürgen Heimlich, Verein Zur Erinnerung, auf Basis der angegebenen Quellen

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

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